Eine Familiengeschichte
„Die Weitergabe des Erbes, der Erde, hat ein paar Generationen übersprungen. Also begann ich mit dem, was ich am besten konnte: Wein machen, trinken und darüber reden. Wir sind keine Erben – wir sind Schöpfer."
So beschreibt Vianney Castan seinen Weg – einen Weg, der ohne Weinberge begann. Doch der Reihe nach:
Vianneys Urgroßvater Joseph Castan war ein Winzer aus Lansargues im Languedoc, der 1907 mit der Weinbereitung begann und bald Preise für seine Arbeit gewann. Die Weinberge blieben jedoch nicht in der Familie – nach drei Generationen ohne Weinbau existierte kein Gut, kein Land, kein Erbe.
Was blieb, war die Geschichte. Und eine alte Auszeichnung, die Vianney auf dem Dachboden fand: eine Medaille von der Internationalen Ausstellung in Marseille 1927, verliehen an seinen Urgroßvater für seine Rotweine.
Das war der Anstoß: 2007 gründete Vianney gemeinsam mit seiner Frau Émilie eine Weinhandelsgesellschaft und gab ihr den Namen des Urgroßvaters. Den eigentlichen Schritt zum Winzer machte er dann 2015, als das Paar das Château Saint-Louis la Perdrix in den Costières de Nîmes kaufte – 50 Hektar Rebfläche auf Kieselsteinboden zwischen Nîmes und Arles. Hier folgt Vianney nun tatsächlich den Spuren seines Urgroßvaters und sagt:
„ Wir wussten, dass der Name Castan eines Tages wieder in der Erde verwurzelt sein würde. Wir hatten es uns versprochen – und wir haben es geschafft."

Vianney und Émilie Castan bewirtschaften heute zwei Güter: das Château Saint-Louis la Perdrix in den Costières de Nîmes – von dem die For-Sure- und Saint-Louis-Weine stammen – sowie das Château Saint-Jean d'Aumières in den Terrasses du Larzac, dem Heimat der Élégance- und Finesse-Linien. Beide Güter, beide Appellationen, ein Ansatz: Sortencharakter herausarbeiten, ohne zu überladen.

